Bambus-Asia in Augsburg
 

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Bambus allgemein

Bambusse gehören zu den für den Menschen nützlichsten Gewächsen, und insbesondere Bambusa
arundinacea ist in dieser Hinsicht nur mit der Kokospalme zu vergleichen. Ihre eigentliche Heimat ist
unbekannt; man findet sie in beiden Hemisphären, und sie gedeihen z. B. in Algerien und in Südfrankreich
üppig. Aus dem Rhizom schießen zahlreiche Halme 18 Meter und höher mit großer Schnelligkeit auf. Die
Blätter sind 16 cm lang, aber nur 1,3 cm breit.

Die Blüten sollen erst im 25. Jahr und dann aber so zahlreich erscheinen, dass die Pflanzen durch die
großeProduktion von Früchten erschöpfen und ganz oder bis auf das Rhizom absterben. Dendrocalamus
giganteus blüht erst im 30. Lebensjahr.

Bambusa tulda in Hinterindien erreicht in einem Monat die Höhe von 22 Metern. Im Gebiet des Amazonas
ist Bambusa latifolia ein wichtiger Bestandteil der Vegetation. Aus China, Korea und Japan werden
buntblättrige Bambusse eingeführt, von denen besonders die japanische, niedrig bleibende Bambusa
fortunei als Zierpflanze empfohlen wird.

Auch in unseren Breitengraden können wir Bambus kultivieren, in den verschiedenen Gartencentern
werden mittlerweile winterharte Bambuspflanzen (bis -15°) bei denen nur ein leichter Winterschutz
erforderlich ist, angeboten.

Bambus als Nahrungsmittel

Die jungen Schösslinge des Bambusrohrs werden als Gemüse genossen oder in Essig eingelegt.
Besonders die Gattungen Bambusa, Dendrocalamus und Phyllostachys sind für den Verzehr geeignet.
Frisch geerntete Bambussprossen haben ein sehr festes, hellgelbes Fleisch mit schmalen Luftkammern in
der Mitte der Sprosse.

Sie werden gewonnen, indem sie aus dem Boden ausgegraben werden, und sind mit mehreren sehr
festen, haarigen und dunkelbraunen Blättern umgeben, die vor dem Kochen entfernt werden.Bambus-
sprossen werden vorwiegend aus Asien und Lateinamerika importiert. In Europa werden sie nur in Italien
angebaut.

Bambussprossen werden auch vorgekocht und abgepackt zum Verkauf angeboten. Die Schösslinge
enthalten ein Toxin (Blausäureglykosid), das durch Kochen neutralisiert werden muss. Da viele
Bambusarten auch Bitterstoffe enthalten, sollten diese ebenfalls beim Kochen neutralisiert werden. In
Japan werden Bambussprossen z.B. zusammen mit dem Mehl gekocht, das beim Polieren von Reis
entsteht („nuka“) und vor allem die äußeren Schichten des Reiskorns enthält. Es ist auch möglich, zu
diesem Zweck Chilischoten mitzukochen. Die eingelegten Bambussprossen werden „Achia“ oder „Atchia“
genannt. Da Bambussprossen einen hohen Anteil an Kieselsäure enthalten, die für Haare, Haut und
Knochen notwendig ist und auch lindernd bei Depressionen wirken kann, wurden sie auch in der
traditionellen Medizin eingesetzt. Auch das haferähnliche Korn des Bambus ist essbar.
Der Tee, der aus Bambusblättern gewonnen wird, hält langsam Einzug nach Europa. Der Tee enthält vor
allem Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Proteine, Fette, Mineralstoffe und Vitamine. Angeblich soll der Tee
helfen Migräne vorzubeugen. Bambus ist die Hauptnahrungsquelle des Großen Panda-Bären.

Bambus als Baustoff

Aus dem zähen, leichten und sehr harten Holz können ganze Häuser erbaut werden. Früher wurden
ganze Dörfer nur aus Bambus gebaut, und fast die ganze Hauptstadt von Siam schwamm auf Bambus-
flößen. Auch Brücken und Wasserleitungen wurden aus Bambus gebaut, sowie Gerüste und Straßen.
Hierbei ist es allerdings notwendig, dass der Bambus vor seiner Verwendung behandelt wird, um ihn
gegen Pilze und Insekten resistent zu machen.

Während diese Vorbehandlung bisher vor allem chemisch vonstattenging, werden derzeit auf Borsalz
basierende Lösungen entwickelt. Bei der Verwendung von Bambus als Baustoff ist es wichtig, dass er
vor Feuchtigkeit geschützt wird. Dies geschieht dadurch, dass das Gebäude nicht auf dem Boden sondern
einem feuchtigkeits- resistenten Unterbau (Steine oder Betonsockel) steht und dass ein auskragendes
Dach den Bambus gegen Feuchtigkeit schützt. In erdbebengefährdeten Gebieten (beispielsweise in
Indonesien) zeigt sich, dass Bambushäuser den Erdstößen wesentlich besser gewachsen sind, als
Backsteinhäuser.

Bambus im Gartenbau

In der chinesischen Gartenkunst ist der Bambus ein wesentliches Gestaltungselement. Auch in
europäischen Gärten wird der Bambus in den letzten Jahren immer beliebter. Folgende Verwendungs-
möglichkeiten für den Bambus im Garten sind nur ein kleiner Umriss der tatsächlichen Möglichkeiten:

Der Bambus als Hain, Hecke, Bambus als Bodendecker, Bambus auf der Terrasse, Innenhöfe, Sicht- und
Windschutz, Dachgärten, Kübelpflanzen, Wintergartenbegrünungen. Das flirrend grüne Laub, die
eleganten Halme in schönen Farben passen in fast jedes Gartenambiente, harmonieren mit Blüten und
Bäumen. Bambus ist eine immergrüne Pflanze. Auch im Winter behält der Bambus seine Blätter. 80 Prozent
aller in Deutschland angebotenen Bambussorten (Fargesia, Phyllostachys) sind robust und verkraften
kurzzeitig Temperaturen bis -20 Grad. Bambusa spinosa gibt undurchdringliche Hecken.

Da Bambus sehr hart ist, so dass er bei der Zerkleinerung gefährlich splittert und auch nur extrem langsam
zersetzt wird, sind besonders hohe Arten mit kräftigem Stamm bei der Kompostierung problematisch.

Gebrauchsgegenstände aus Bambus

Bambus wird auf vielfältige Weisen genutzt, um Möbel und allerlei Hausgeräte herzustellen, unter anderem
kunstvoll geflochtene Körbchen, Vorhänge, Dosen u. ä. Aber auch andere praktische Gegenstände des
täglichen Gebrauchs wie Hüte, Körbe und Reusen werden aus Bambus hergestellt. Das lange, krause
Geschabsel dient zum Polstern. Ein Span von keilförmigem Querschnitt, dessen scharfe Kante von der
kieselreichen äußeren, ungemein harten Schicht gebildet wird, gibt ein sehr scharfes Messer. Dieselbe
äußere Schicht dient auch als Wetzstein für eiserne Messer.

In einer Bambusröhre, die dabei zwar verkohlt, aber nicht verbrennt, kochten die Javaner an einem
Bambusfeuer junge Bambustriebe.

In China wurden zu Rollen zusammengebundene Bambusstreifen als Schreibmaterial verwendet.

Zerklopfter Bambussplint kann als Pinsel genutzt werden, und auch in Europa werden Bambusfedern
benutzt.

Eine kletternde Art wird zu allerlei Flechtwerk, Säcken, ja selbst zu Jacken verarbeitet.

Auch in Europa wurde Bambus zur Produktion von Stöcken (Pfefferrohr) und Regenschirmstielen genutzt und heute immer mehr für den Möbelbau eingesetzt. Die Möbel werden nur mit Holzdübeln zusammengebaut.

Musikinstrumente aus Bambus

In einigen Ländern und Regionen, zum Beispiel Java (Angklung), China oder Tahiti, werden auch
Musikinstrumente aus Bambus hergestellt. In Japan wird Bambus vor allem benutzt, um Flöten wie die
Shakuhachi oder Shinobue herzustellen. Auf Hawaii wird Bambus zur Herstellung eines flötenähnlichen
Holzblasinstrumentes, des Xaphoons, genutzt. Es gibt jedoch auch Schlag- und Zupfinstrumente aus
Bambus.

Waffen aus Bambus

Auch als Waffe wurde Bambus genutzt: Blasrohre, Pfeilschäfte und Pfeilspitzen, Lanzen und Palisaden
bestanden aus dem Material.

In Japan werden aus Bambus in einem komplizierten Prozess die Bögen der Samurai hergestellt. Ähnliche
Bambusbögen werden auch heute in Japan und von fortgeschrittenen Schützen in Europa im Kyudo
verwendet.

Mit Bambusspitzen bestückte Fallen und Fallgruben wurden noch im Vietnamkrieg im 20. Jahrhundert durch
die Vietnamesen erfolgreich eingesetzt.

Auch im Kendo wird mit sogenannten Shinais, die ebenfalls aus Bambusstreben bestehen, gekämpft.

Rohmaterial Bambus

In China wurde das meiste Papier aus jungen Bambustrieben erzeugt und auf Jamaika sehr viel
Bambusfaser für die nordamerikanische Papierfabrikation gewonnen.

In den Knoten alter Halme bildet sich eine Kieselkonkretion, der Bambuskampfer (Bambuszucker, Tabaxir),
der in der chinesischen Medizin, aber auch als Poliermittel benutzt und in großer Menge nach Arabien
exportiert wird.

Dem Bambus werden verschiedene symbolhafte Bedeutungen zugeordnet. So ist er beispielsweise in
China ein Symbol für langes Leben, in Indien jedoch ein Symbol der Freundschaft. Auf den Philippinen
werden Bambuskreuze von Landwirten als Glücksbringer aufgestellt.

Bambus als Glücks- und Reinheitssymbol


In Japan ist Bambus ebenfalls ein positiv besetzter Begriff. Da Bambus sehr gerade wächst und aufgrund
seiner frischen grünen Farbe gilt er als Symbol der Reinheit. Er tritt als Symbol auch zusammen mit
Kiefernzweigen und Pflaumenblüten auf. Die drei Pflanzen werden nicht nur als Glückssymbole eingesetzt,
sondern auch, um wie z.B. bei Sushi verschiedene Preisstufen zu markieren (von unten nach oben: sho
-chiku - bai, Kiefer - Bambus - Pflaume). Am Jahresende wird auf jeder Seite der Eingangstür ein Gebinde
aus Bambusrohren und Kiefernzweigen aufgestellt, das Glück bringen soll („kadomatsu“).

Da Bambus nur selten blüht und die Samen vorwiegend während Hungerzeiten gegessen wurden, wird
die Bambusblüte in manchen Kulturen als Vorbote einer Hungersnot interpretiert.

In einigen Kulturen Asiens, z.B. in den Andamanen, wird davon ausgegangen, dass die Menschheit bei
ihrer Entstehung aus einem Bambusrohr herausgetreten ist. In Malaysia und Japan gibt es Legenden
über eine junge (und sehr kleine) Frau, die in einem Bambusrohr lebt und erscheint, wenn das Rohr gekappt wird.

Weitere Informationen zum Thema Bambus & weitere Bilder finden Sie hier: [WIKIPEDIA]

Fotostrecke: Vielfalt Bambus
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Bambus-Handwerker in  der Werkstatt   Werkstatt/Produktionsstätte   dunkler Bambus   noch ist der Bambus grün  
Bambusweg umgeben von Bambusgras   Bambuswald   in schwindelnden Höhen ein Gerüst aus Bambus